TLS HausTeilleistungsschwäche – Was kann ich darunter verstehen?

Viele Fähigkeiten unseres alltäglichen Lebens sind für uns selbstverständlich. Darunter beispielsweise Lesen, Schreiben, Rechnen, Orientierung, Merkfähigkeit für Adressen oder Aufgaben, die uns gerade gestellt wurden. Doch all diesen genannten Fähigkeiten, liegen einzelne Teilleistungen zugrunde, die funktionieren müssen, um überhaupt richtig zu lesen, zu schreiben, zu rechnen, sich zu orientieren, sich zu konzentrieren und Aufgaben adäquat lösen zu können.
Hier ein Beispiel für die Teilleistungen, die benötigt werden,um ein Wort korrekt nachsprechen zu können:
Ich muss aus dem Gehörten sämtliche Hintergrund- und Nebengeräusche herausfiltern können (diese Teilleistung nennt sich „auditive Figur-Grunddifferenzierung“)
Ich muss das Gehörte von anderen ähnlich klingenden Geräuschen/Wörtern unterscheiden können (Teilleistung „auditive Differenzierung“)
Ich muss mir das Gehörte merken (Teilleistung „auditives Gedächtnis“)
Erst wenn mir diese Teilleistungen alle adäquat zur Verfügung stehen, kann ich das Wort nachsprechen.
Anhand dieses Beispiels lässt sich nun vielleicht schon erahnen, welch‘ eine handvoll weiterer Teilleistungen benötigt werden, wenn ein Diktat oder sogar ein gesamter Text geschrieben werden soll.

Teilleistungsschwäche und ihre Symptome

Die verschiedenen Teilleistungen wie auditive und visuelle Figur-Grunddifferenzierung, aber auch taktil-kinästhetische Wahrnehmung und das Körperschema entwickeln sich in der frühen Kindheit. Darauf aufbauend erlernen wir, Gehörtes und Gesehenes differenziert wahrzunehmen, uns zu merken und uns im Raum zu orientieren. Sind diese „Basisfunktionen“ nicht gut ausgereift, können auch die in der Entwicklung  aufbauenden Fähigkeiten nicht gut ausgebildet werden. So zeigt sich bei Kindern, Jugendlichen, aber auch bei Menschen, die bereits Erwachsenen sind häufig einzelne oder gleich mehrere der folgenden Symptome:

Lese-Rechtschreibschwäche
Legasthenie
Rechenschwäche
Mangelnde Raumorientierung
Konzentrationsstörungen
Hyperaktivität

Verdacht auf Teilleistungsschwäche – Was nun?

Wie vieles im Leben, können auch Teilleistungen trainiert werden. Wichtig ist, dass alle Teilleistungen überprüft werden und dann vorerst einmal darüber entschieden wird, ob tatsächlich eine Teilleistungsschwäche vorliegt oder andere Ursachen hinter den häufig genannten Symptomen steckt. Die detaillierte Testung der Teilleistungen hat den Vorteil, dass sich daraus spezifische Behandlungsinterventionen ableiten lassen, sodass nicht „das große Ganze“ geübt wird, dass häufig nur mit Frustration verbunden ist, sondern tatsächlich nur gewisse Teilleistungen des Patienten, die im Vergleich zu seinen anderen überprüften Teilleistungen unterdurchschnittlich sind, trainiert werden.

Gerne können Sie uns kontaktieren, falls ein Verdacht besteht.